Welpen ABC - S wie "Schlaf", "Signale" & "Sozialisation".


Schlaf

Welpen haben ein hohes Schlaf- & Ruhebedürfnis, nämlich 20 Stunden pro Tag. Dieser Bedarf an Schlaf reduziert sich auf 16 bis 18 Stunden proTag bei einem erwachsenen Hund.

Wichtig sind Tiefschlafphasen, in denen dein Hund wirklich zu Ruhe kommt und die vielen neuen Eindrücke des Tages verarbeiten kann.

Ein überdrehter und hysterischer Welpe leidet oft an Schlafmangel, der auf Dauer zu Stress und damit zu gesundheitlichen Schäden führen kann.

Achte daher auf einen guten Rhythmus im Alltag und einen gesicherten Rückzugsort für deinen Hund, wo er zur Ruhe kommen und entspannen kann.  


Selbstkontrolle

Selbstkontrolle, also die Fähigkeit deines Hundes im Alltag z.B. abrufbar und ansprechbar zu sein, hängt zum einen von der Rasse und zum anderen von deinem Training ab.

Um auf erlernte Signale reagieren zu können, muss dein Hund in der Lage sein, das Signal trotz Aufregung wahr nehmen zu können, um sich dann bewusst für die Ausführung des Signales entscheiden zu können. 

Denn je aufgeregter dein Hund ist, desto eher kann er nur instinktiv handeln und nicht nach dem Signal, das er gelernt hat. Belohne deinen Welpen, wenn er ruhig bleibt beim Anblick eines Joggers, von vorfahrenden Autos oder Radfahrern und übt auch das längere Sitzenbleiben und Auflösen durch Freizeichen vom 'Sitz' oder  'Platz'.   

 

 


Signale

Signale können Hör- und Sichtzeichen sein, die bei deinem Hund ein erlerntes Verhalten abrufen können. Achte beim Training darauf, dass das Hörzeichen nie gleichzeitig mit dem Sichtzeichen, sondern zeitlich um wenige Sekunden versetzt, gezeigt wird.

Übe zu Beginn eine neue Bewegung, zum Beispiel das 'Sitz', ohne Signal. Also ganz 'kommentarlos' durch Locken. Erst, wenn dein Hund die Bewegung 100%ig sicher ausführen kann, gib ihm kurz davor, also im Beispiel 'Sitz' bevor er die Knie anwinkelt um sich hinzusetzen, das neue Signal

Übe das Signal auch mit deiner Familie, sodass es aus Sicht des Hundes gleich gezeigt und gesagt wird, um Verwirrungen und Missverständnisse zu vermeiden. 

Schlussendlich sollte dein Hund aufs Wortzeichen hören können, sodass es auch draußen und unter Ablenkung abrufbar ist.  

 

 


Sozialisation

In den ersten Lebenswochen sollte dein Welpe viele unterschiedliche Menschen und Tiere kennen lernen. Achte dabei auf positive Erfahrungen und das Tempo deines Welpen. Zwinge ihn nicht in Situationen hinein, die ihn überfordern könnten.

Wenn dein Welpe aufgrund von Krankheit oder schlechter Haltung keine 100 Menschen oder andere Hunde kennen lernen konnte, kannst du das Versäumte im Laufe der Zeit immer wieder in das Training einbauen. Zum Beispiel durch gemeinsame Social Walks.  


Spaziergang

Gassizeit sollte entspannend für deinen Hund sein und viel Zeit zum Schnüffeln und später auch zum Markieren beinhalten. 

Zu Beginn werdet ihr nicht all zu viele Meter zurück legen können, da dein Welpe mit schnüffeln und beobachten beschäftigt sein wird. Die Empfehlung lautet, dass die Gassizeit mit deinem Welpen 1 Minute pro Lebenswoche beträgt. Ist dein Welpe also 12 Wochen jung, sind es 12 Minuten, die er mit Gassi gehen verbringen sollte.

Ist ein Welpe müde und möchte nicht weiter gehen, trage ihn ruhig nach Hause.

Probiert euch an verschiedenen Untergründen aus und ruf deinen Welpen auch immer wieder ab und belohne ihn fürs zu dir kommen.   

 

Bildquelle: Mysaell Armendariz auf Unsplash



Quelle und Buchtipp: ‚Das Welpen-ABC Junge Hunde positiv fördern und erziehen: Von Auf-den-Arm-Nehmen bis Zerrspiele' von Madeleine Franck & Rolf C. Franck